nicht Fisch, nicht Fleisch

7 08 2009

Studieren ist nichts mehr für mich. Ich versuche, das Zweitstudium jetzt so schnell wie möglich durchzuziehen, ohne weitere Umwege oder Pausen.  Ein Zurück gibt es nicht mehr. Das Schiff ist mitten auf dem Pazifik, der Rückweg wäre wahrscheinlich beschwerlicher als das letzte Stück vorwärts. An der Uni bin ich nicht Fisch und nicht Fleisch.  Viele Dozenten sind in meinem Alter, und teilweise Kollegen aus der Biologie. An der Uni habe ich aber den Status einer Studentin. Mit den meisten meiner Kommilitonen verbindet mich aber nicht viel mehr als der Weg zum Seminarraum. Medizinstudenten sind eine Spezies für sich. Viele sind Chefärzte im Praktikum, die ihr Studium lästigerweise aber durchziehen müssen, bevor sie der Menschheit ihren großen Dienst erweisen können.  Die Gespräche, denen ich zwangsläufig lauschen darf/muss, drehen sich um: neee, also, Sterbende? Neee, das könnt´ich nicht. (HALLO?) // Hömma, ich hab da einen totaaaaal geilen Laden gesehen (TOLL!) // –Ne, ich hör auf. Glaubt mir ja fast eh niemand. Diese Oberflächlichkeit. Diese Ignoranz.  Es gibt wenige Ausnahmen. Aber ich fühle mich einfach nicht mehr wohl. Die Zeit an der Uni ist vorbei. Schon lange.  Die Tatsache, daß ich 35 Stunden mindestens pro Woche die nächsten 4 Semester dort verbringen muss, macht mich manchmal ganz schön hilflos.