Kein Schwein steckt mich an….

1 11 2009

Hier mal ein erheiterndes Video inmitten der Schweinegrippe-Hysterie. Für diejenigen, die sich dafür interessieren, habe ich eine kleine Linkliste zusammengestellt. Nicht ganz ausgewogen, was das pro und contra angeht, aber ein „pro“ der Pharmafirmen mit seinen monetären Interessen lasse ich auch so nicht gelten. Es kommt ja auch immer ein wenig auf die Intention an….

Linkliste kommt noch. WordPress scheint ein Problem zu haben

Hier eine vorläufige Liste, die Zeilen müssen kopiert werden:

http://www.europnews.de/2009-10-29-die-profiteure-der-schweinegrippe.html

http://www.arznei-telegramm.de/blitz-pdf/b090825.pdf





Der erste Block

15 10 2009

…klinische Pharmakologie. Incl. Bandvorlesung Chirurgie und Innere. Fast vorbei. Wieder einmal arrogante Chefärzte genossen. Ist ja nix neues. Aber mit welch herablassender Art über Patienten und Kollegen hergezogen wurde – auch nix neues. Ja, wir wissen es! Erst kommen SIE, dann der blaue Himmel, und dann erstmal gaaaaar nichts. Und dann der Pöbel. Recht so. Mit solch einem Menschenbild wird das Vertrauen in die Medizin gestärkt. Genau so. Danke, daß wir so viel von Ihnen lernen durften, ähhh, dürfen.

*Kniefall*





Exzellente Vorbereitung auf meinen 2. Beruf

10 10 2009

Ich weiss offen gestanden gar nicht, ob ich heulen oder lachen soll. Deshalb schreibe ich erst einmal. Es ist ja nicht so, als hätte ich das nicht schon seit Ewigkeiten gewusst: Der Arztberuf besteht aus maximal 30% Tätigkeiten am Patienten (und dann auch idealerweise FÜR den Patienten) und die restlichen 70% gehen für bürokratische sinnbefreite Tätigkeiten drauf.  Das Reizwort für diese Tätigkeiten lautet ADMINISTRATION.

Nun ist es vielleicht gar nicht schlecht, sich schon früh daran zu gewöhnen – meint wohl unser Studiendekanat – und dieses hat sich dann ein ganz besonderes Schmankerl einfallen lassen: Die stündlich zu verrichtenden Bürokratietätigkeiten nach jeder Stunde eines Tages, die nächsten 2 Jahre lang! Ja, ihr habt richtig gehört! Jede gehaltene Stunde muss gesondert mit einer Unterschrift des jeweiligen Dozenten quittiert werden.  Das sind im mittel 20 Unterschriften pro Modul, wobei ein Modul 5 Tage dauert. Damit nicht genug. Am Ende eines solchen Moduls gibt es noch eine gesonderten Gesamtlaufzettel, der ebenfalls unterschrieben werden muss. Die Unterschrift gibt es aber erst, wenn jede einzelne Stunde eines Moduls zwangsevaluiert wurde.

Jede Woche gibt es einen neuen Stundenplan.  An dem Wochenende vor Beginn eines neuen Moduls müssen wir uns über verschiedene Webseiten über Terminänderungen informieren. Für den Fall, daß tagesaktuelle Terminänderungen hereinkommen, stehen stehen uns im Schnitt pro Tag 5 verschiedene Funknummern zur Verfügung, mit Hilfe derer wir unsere Dozenten an ihre Lehrtätigkeit erinnern dürfen.

Ich glaube, so manch ein Medizinstudent dürfte hier schon ab und an mit der Einstellung einer persönlichen Sekretärin oder mit der Beschäftigung eines Dokumentationsassistenten geliebäugelt haben.

Was ich an der ganzen Angelegenheit wirklich schlimm finde (abgesehen davon, daß es unglaublich nervig ist) ist die Tatsache, daß die Aufmerksamkeit von den wirklich wichtigen Inhalten, die ein solches Studium bietet, abgelenkt wird. Wir sind nur noch mit dem Zettelkram und irgendwelchen Regularien beschäftigt.

Neulich bekamen wir eine Eilmeldung per Mail, die uns verbietet, mit Schnupfen, Husten und anderen Zeichen einer (vielleicht banalen?) Erkältung am Unterricht teilzunehmen, da man sich entschlossen hat, auf der Welle der Schweinegrippe-Hysterie zu surfen. Da der eine oder andere natürlicherweise die maximal erlaubten 15% Fehlzeiten überschreiten wird, wird die Bürokratie-Maschinerie (Betriebsarzt, Bescheinigungen, glaubhafte Versicherungen an das Studiendekanat, Wiederholungstermine usw. usf. ect. pp.) hier erst richtig in Gang gesetzt.

Ich bin so froh , wenn diese 2 Jahre um sind. Dann wird es nur noch schlimmer.





Mia

1 09 2009

Seit gestern Abend sind meine Gedanken schwer beschäftigt mit einer jungen Dame namens Mia.  Sie ist extrem behaart, läuft auf 4 Pfoten und ist auf der Suche nach einem neuen Rudel(führer). Mia ist ein 2 Jahre alter bildhübscher, unsicherer, freundlicher und extrem verschmuster Labrador-Mix. In der Sonne schimmert ihr dunkles Fell zuweilen leicht orange.

Heute morgen war ich mit der Tiertrainerin, die Mia vorübergehend bei sich aufgenommen hat, zu einem Testspaziergang am Rhein unterwegs.

Nach dem ich vor ein paar Tagen meinen Besuchshund Oskar wieder einmal seiner Mama übergeben habe, ist mir stärker denn je bewusst geworden, daß ich auf Dauer ohne eine Fellnase nicht sein möchte. Der Spaziergang heute mit Mia und ihrem Ersatzrudel hat mir das auch wieder bestätigt. Es hat mir gezeigt, wie wohl ich mich fühle, wenn ich mit den Tieren zusammen bin.  Es fühlt sich so richtig an. Ich empfinde dabei eine unglaubliche Ruhe und Gelassenheit.

Mia mag mich.

Es wäre eine Entscheidung für die nächsten 10 Jahre….

edit1:  Doc Sarah schickte mir ein Zitat aus „Der kleine Prinz“: Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.

Da hab ich doch den kleinen Prinzen mal wieder aus dem Regal geholt:

„Zähmen, das ist eine in Vergessenheit geratene Sache, sagte der Fuchs. Es bedeutet, sich vertraut machen.“

„Sich vetraut machen?“

„Gewiß, sagte der Fuchs. Noch bist du für mich nichts als ein kleiner Junge, der hunderttausend kleinen Jungen völlig gleicht. Aber wenn du mich zähmst, werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Ich werde für dich einzig sein in der Welt…“

edit 2: reden wir in 3 jahren noch einmal darüber.





nicht Fisch, nicht Fleisch

7 08 2009

Studieren ist nichts mehr für mich. Ich versuche, das Zweitstudium jetzt so schnell wie möglich durchzuziehen, ohne weitere Umwege oder Pausen.  Ein Zurück gibt es nicht mehr. Das Schiff ist mitten auf dem Pazifik, der Rückweg wäre wahrscheinlich beschwerlicher als das letzte Stück vorwärts. An der Uni bin ich nicht Fisch und nicht Fleisch.  Viele Dozenten sind in meinem Alter, und teilweise Kollegen aus der Biologie. An der Uni habe ich aber den Status einer Studentin. Mit den meisten meiner Kommilitonen verbindet mich aber nicht viel mehr als der Weg zum Seminarraum. Medizinstudenten sind eine Spezies für sich. Viele sind Chefärzte im Praktikum, die ihr Studium lästigerweise aber durchziehen müssen, bevor sie der Menschheit ihren großen Dienst erweisen können.  Die Gespräche, denen ich zwangsläufig lauschen darf/muss, drehen sich um: neee, also, Sterbende? Neee, das könnt´ich nicht. (HALLO?) // Hömma, ich hab da einen totaaaaal geilen Laden gesehen (TOLL!) // –Ne, ich hör auf. Glaubt mir ja fast eh niemand. Diese Oberflächlichkeit. Diese Ignoranz.  Es gibt wenige Ausnahmen. Aber ich fühle mich einfach nicht mehr wohl. Die Zeit an der Uni ist vorbei. Schon lange.  Die Tatsache, daß ich 35 Stunden mindestens pro Woche die nächsten 4 Semester dort verbringen muss, macht mich manchmal ganz schön hilflos.





Good 50×70 – a project that helps social communication

30 05 2009

Eine Plattform für soziale Werbekampagnen bietet Good 50×70. Zu sehen sind hier zum Teil wirklich großartige Poster zu den Themen

* Child Labour
* Climate Change
* Healtcare Deprivation
* HIV/AIDS
* Nuclear Emergency
* War on Terror
* Women Rights Violation

Eben die Themen, die etwas über das abendlich beworbene Bier oder Katzenfutter hinausgehen. Werbung kann aufrütteln. Und manchmal sagt ein Bild wirklich mehr als tausend Worte.

Hier die Direktlinks zu meinen favorisierten Galerien:

http://good50×70.org/2009/gallery/hiv-aids/

http://good50×70.org/2009/gallery/healtcare-deprivation/

Danke an Vio für den Hinweis!





Herr Schäuble, der Frosch und das heisse Wasser

23 05 2009

danke an Doc Klaus!





Hörenswert

21 05 2009

thanks to lin and chris!





Neuanfang mit Hindernissen…

27 04 2009

Die neue Wohnung ist frisch gestrichen, (DANKE Mädels! Ihr wart echt fleissig!) )  die Kisten sind gepackt, übermorgen kann es losgehen. Nur die Vormieterin hat mir verschwiegen, daß sich die Wohnzimmerfenster nicht mehr schliessen lassen, wenn sie geöffnet werden. (Hat sie die Fenster jemals geöffnet? Na, ich weiss es nicht…;o)) Und über den Wasserschaden hat sie auch keinen Ton verloren. Nun denn. Für morgen ist erst mal ein Termin mit der Haustechnik vereinbart. Ich hoffe, ohne die ganze Wand aufreissen zu müssen. Hoffentlich schaffe ich es zum wöchentlichen Testat in die Uni.

26-04-09_1414

edit 1: es ist ein r

Rohrbruch. Ein Loch in der Wand des Wohnzimmers und ein Loch im Badezimmer habe ich jetzt. Hm.





Wertschätzung…

18 04 2009

…oder auch: was nichts kostet, ist auch nichts wert.

Dieser Spruch ist keine leere Hülse. Da bittet ein jetzt gut verdienender Arbeitnehmer (den ich noch aus gemeinsamen Uni-Zeiten kenne) mich um einen „kleinen“ Gefallen. „Mal eben“ seine Dissertation überfliegen, die ohne Korrektur keine Chance auf Annahme hat. So schlecht ist sie. Nicht von der Thematik oder dem reinen Ergebnisteil. Aber darauf kommt es ja auch nicht an. Es liegt nunmal nicht jedem, wissenschaftlich zu arbeiten, gut strukturiert Arbeiten aufzubauen und zu präsentieren und Gutachtern gerecht zu werden. Aber dafür gibt es ja auch andere Menschen, die einem dabei helfen können. Aus dieser Kleinigkeit wurde dann schnell eine Großigkeit. Derjenige war wirklich dankbar, keine Frage. Und mit großen Worten wurde angekündigt, daß er sich erkenntlich zeigen würde. Schließlich habe ich ihn ja auch am Haarschopf aus der stinkenden Brühe gezogen. So ein akademischer Grad ist nicht nur etwas für das heimische Klingelschild sondern auch oft Voraussetzung für eine höhere Gehaltsstufe oder die Nutzung von Chancen, aufzusteigen, je nachdem, welchen Weg man einschlägt.

Die Dissertation ist durch.

Und es ward nie wieder etwas von ihm gehört.

Nun, ich zähle durch den Beginn eines Zweitstudiums immer noch zu den studentischen Gehaltsempfängern. Habe aber seit vielen Jahren ein anspruchsvollen Studiengang mit Erfolg abgeschlossen. Arbeiten, die ich auf diesem Gebiet leiste, sind keine Schülerübungen – sie sind etwas wert! Um diese Kenntnisse zu erlangen, die ich heute besitze, habe ich hart gearbeitet, Erfahrungen gesammelt, eine Menge Geld in meine Ausbildung gepumpt,ein Gespür dafür entwickelt, die Dinge gut zu platzieren und ein gutes Netzwerk aufgebaut, wovon im o.g. Fall kräftig profitiert wurde. Ich kann mir keinen Urlaub leisten. Aber diejenigen, die es können, wissen scheinbar nicht, daß sie diesen auf meine Kosten buchen. Sicher wird der eine oder andere sich jetzt denken: dann hättest Du von vornherein die Spielregeln deutlich machen können. Ja. Und genau das tue ich jetzt auch. Denn offensichtlich funktioniert es nicht anders. Es gibt Menschen, die gehen mit den Ressourcen anderer um, als wären sie in einer Shopping Mall zum Schlussverkauf.  Aber mit der Grundhaltung: Geschenkt ist noch zu teuer!

Es ist nicht die einzige Erfahrung, die ich diesbezüglich machen durfte, aber die jüngste. Und allein bin ich mit dieser Thematik auch nicht.  Vielleicht sind die medizinischen Berufe prädestiniert dafür, daß 24/7 die Türen offen stehen. Egal, ob es sich um medizinische Hilfeleistung oder private Erörterung diverser Probleme handelt, sie haben zu jeder Zeit zu erfolgen. Und umsonst. Ohne Rücksicht darauf, ob der eigene Energiepegel einen roten Balken zeigt. Ein Friseur nimmt für einen abendlich „Notfall“-Schnitt das doppelte, wenn er Zeit und Lust dazu hat. Und wenn es den Frisurnotfall abends in der Kneipe überhaupt gibt. Aber der Arzt hat kein Feierabend. Auch die natürliche Barriere „Privatsphäre“ wird leicht durchbrochen. Da wartet man nicht brav bis zum nächsten Tag und macht einen Termin in der Praxis aus, welcher dann auch vergütet wird. Nein, die Privatnummer wird angerufen und der ganze seelische Müll einem vor die Füße gereihert. Bis man leer ist. Und der andere den Mist dann auffegen darf. Wo bleibt da die Wertschätzung? Die Achtsamkeit? Die Achtung? Die Anerkennung? Die Verantwortlichkeit im Umgang mit anderen?

Es spielt keine Rolle, ob es sich um Dienstleistungen handelt oder freundschaftliche Hilfestellung. Wenn das Geben und Nehmen nicht ausbalanciert ist, entsteht ein Defizit. Solch ein Defizit ergibt sich immer dann, wenn Arbeiten oder Energien, welche man in die Lösung eines Problems hineinfliessen ließ, nicht geachtet werden.  Das ist respektlos, gedankenlos, egoistisch und geringschätzend. Man muss seine Arbeit richtig teuer machen. Damit auch andere sehen, daß sie etwas wert ist.

Manche Dinge kann man aber auch nicht mit Geld aufwiegen. Sie sind schlichtweg unbezahlbar. Vielleicht sollte das der eine oder andere bedenken, wenn er auf egomanische und gedankenlose Art Ressourcen anderer anzapft. Und ein wenig mehr Wertschätzung an den Tag legen….